Sonntag, 12. August 2012

Dalupiri Island / San Antonio

Dalupiri Island, eine kleine Insel vor der Küste Samars, die von den Einheimischen nur San Antonio genannt wird, liegt fern ab der touristisch erschlossenen Gebiete der Philippinen. Hier verbrachten wir die letzte Woche bei Beatrice und ihrer Familie. Noch nie wurde ich irgendwo so herzlich begrüßt und zu jeder Zeit haben wir uns hier wilkommen gefühlt. Ich denke nicht, dass ich jemals Menschen getroffen habe, die so viel lachen. Wir haben hier mit den Einheimischen zusammen gekocht (inzwischen vertrage ich das Essen hier auch), getanzt, gelacht und so gemeinsam den Tag verbracht. Auf der kleinen Insel sprach sich schnell rum, dass Deutsche zu Besuch sind und bald wurde mir in den Straßen von allen Seiten "Maiki" (hier kann keiner meinen Namen richtig aussprechen) zugerufen. Vorallem für die Kinder waren wir eine Attraktion. Und davon gibts auf Dalupiri Island unglaublich viele. Die größten Familien haben 18 Kinder, 7-8 Kinder sind hier Standart. So scheint es auch, als wäre die ganze Insel miteinander verwandt. Vorallem ist uns Sherline ans Herz gewachsen. Sie ist 20 Jahre alt und arbeitet in dem Haus in dem wir unterkamen. Wir haben wirklich sehr viel zeit mit ihr verbracht und dadurch die Bevölkerung hier so kennen gelernt, wie es wohl  nie mehr der Fall sein wird.

Nun zu der Insel. Das verrückte ist, dass San Antonio von morgens um 6, wenn die Sonne aufgeht, bis nachmittags um 3 kein Strom hat. Gekocht wird auf Kohle und eine Dusche, sowie Spülung gibt es hier nicht. Im Bad steht ein riesiger Eimer zum Waschen und Spülen. Duschen nennen wir nun liebevoll "Beeimern". Doch um ehrlich zu sein vermisst man eine echte Dusche nicht. Sowieso ist es verrückt wie wenig man solchen Luxus vermisst. Man braucht wirklich nicht viel zum Leben. Das einzige was man wirklich vermisst sind die Menschen, die man liebt.

Aufegefallen ist uns außerdem, dass auf Dalupiri Island das Internet vor dem Festnetz Telefon angekommen ist. Jeder hier hat ein Handy mit Internet Verbindung (die aber unglaublich schlecht ist) und der Philippino an sich ist sehr häufig am Handy zugange; was hier aber auch wirklich bedeutend billiger ist, als bei uns. Am dritten Tag sind wir auf dem Roller um die ganze Insel gefahren. Man sieht schnell, wie arm die Bevölkerung hier ist. Alles was sie brauchen bauen sie sich aus Palmen und viel mehr haben sie auch nicht. Arbeitslosigkeit ist hier ein ganz großes Problem. Es gibt hier so viele Menschen, die einfach den ganzen Tag vor ihrer Hütte sitzen und nichts tun. Diese große Armut zu sehen ist nicht immer einfach, besonders wenn die Kinder zu dir kommen und betteln. Manche stehen spät abends noch an der Straße und klopfen an das Taxifenster, zeigen auf ihren Bauch und schauen dich mit großen traurigen Augen an.

Trotzdem hatten wir eine wirklich wundervolle Zeit auf Dalupiri Island. Nach einer Nacht auf der Fähre sind wir nun in Cebu City angelangt. Eine große Stadt, die aber um einiges schöner ist als Manila. 





















Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen